Calgary

Reisen, Weltbilder  /   /  By Thomas

Calgary ist mit 1,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt in der Provinz Alberta sowie die viertgrößte in ganz Kanada. Die im Süden der Provinz, etwa 80 Kilometer östlich der Rocky Mountains, an der Mündung des Elbow River in den Bow River gelegene Stadt trug 1988 als erste kanadische Stadt die Olympischen Winterspiele aus.

Calgary liegt im Süden von Alberta in der Prärie und ist die größte Stadt dieser Provinz vor Edmonton, der Provinzhauptstadt, welche sich ca. 300 km nördlich befindet. Damit ist Calgary gleichzeitig die größte Stadt zwischen Vancouver im Westen am Pazifik und Toronto im Osten an den Großen Seen. Etwa 80 Kilometer westlich erstrecken sich die Rocky Mountains.

Bevor die ersten Europäer die Gegend um Calgary besiedelten, war dieses Gebiet die Heimat der Blackfoot. Ihre Spuren lassen sich dort mindestens 11.000 Jahre zurückverfolgen. Der erste Europäer, der hier den Bow River erreichte, war der Kartograf David Thompson im Jahr 1787. Die ersten Siedler ließen sich in den frühen 1860er Jahren nieder, meist um Jagd auf Bisons zu machen. Im Jahr 1875 wurde ein Polizeiposten der Royal Canadian Mounted Police eingerichtet. Im Jahr 1883 erreichte die Canadian Pacific Railway die Siedlung. Die Siedler, die jetzt schnell von der Ostküste mit der Eisenbahn hierher gelangen konnten, bekamen Land geschenkt und die Bevölkerungszahl stieg rapide an. Gleichzeitig suchten die Viehzüchter aus den südlich gelegenen USA neues Weideland für ihre Rinder und trieben die Herden immer nördlicher bis in die Prärie von Alberta, das damals noch nicht zu Kanada gehörte. Calgary wurde ein Zentrum der Rinderzucht und der Cowboys. Die Tradition lebt noch heute in der Calgary Stampede fort. Die Stadtgründung wurde offiziell 1884 vollzogen.

Ende der 1940er Jahre wurden in Alberta riesige Ölvorkommen gefunden, und Calgary wandelte sich von einer durch Viehzucht geprägten Stadt zu einer Wirtschaftsmetropole. Die Ölkrise von 1973 beschleunigte die Entwicklung, so dass in den 1970er Jahren 450 Ölfirmen ihre Zentrale in Calgary hatten und die Arbeitsplätze in Calgary zu 70 % vom Öl abhingen. Durch den Fall des Ölpreises Anfang der 1980er Jahre geriet die Stadt in eine schwere Krise, von der sie sich erst Ende des Jahrzehnts langsam erholen konnte. Zur Erholung trugen u. a. die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 1988 und die Verbreiterung der wirtschaftlichen und kulturellen Basis bei. Seitdem wachsen die Wirtschaft, die Bevölkerung und der Tourismus stetig.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist der Saddledome, eine mehr als 20.000 Zuschauer fassende Multifunktionsarena, die zwischen 1981 und 1983 als Austragungsstätte für die Olympischen Winterspiele errichtet wurde. Neben zahlreichen Veranstaltungen, die im Saddledome abgehalten werden, dient er auch als Heimspielstätte der Calgary Flames aus der National Hockey League (NHL).

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