Im Oktober 2024 durfte ich als Teil einer Delegation der Stadt Weinheim an der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof des Lagers Gurs in Südwestfrankreich teilnehmen. Für die Pressestelle der Stadt erstellte ich den nachfolgenden Text

Bewegende Gedenkveranstaltung in Gurs: Die Erinnerung an die Deportierten lebt fort

Eine Gedenkveranstaltung auf dem Deportiertenfriedhof in Gurs erinnert alljährlich an die Jüdinnen und Juden, die 1940 in das Dorf im Südwesten Frankreichs verschleppt wurden. Auch dieses Jahr nahm wieder eine rund 70-köpfige Delegation aus Deutschland an der Veranstaltung am 27. Oktober teil. Die Stadt Weinheim wurde vertreten durch Stadtrat Klaus Hafner, Dr. Thomas Ott, die Schülerin Henriette Heeb und die Auszubildende Emma Horn.

Mehr als 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland wurden im Oktober 1940 nach Gurs deportiert, davon mindesten 65 aus Weinheim und den damals noch selbständigen Ortsteilen. Vor allem Ältere und Kinder überlebten die unmenschlichen Zustände im Lager nicht. Viele der Deportierten wurden zwischen 1942 und 1944 aus Gurs in die Vernichtungslager im Osten gebracht. Die Arbeitsgemeinschaft Gurs, ein Zusammenschluss von 20 Kommunen, organisiert aus diesem Grund jedes Jahr gemeinsam mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden eine Gedenkreise. Auf dem Friedhof wird der Opfer und der unmenschlichen Bedingungen erinnert, denen die Deportierten ausgesetzt waren.

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In Gurs begrüßte der Bürgermeister der Gemeinde, Christian Puharré, die deutschen und französischen Gäste vor dem Friedhof. Nach einer Gedenkminute am Mahnmal des französischen Staates für alle Internierten und Verstorbenen des Lagers folgte der gemeinsame Gang zum Friedhof. Dort stehen mehr als 1000 Grabsteine mit den Namen und den aus unserer badischen bzw. kurpfälzischen Heimat bestens vertrauten Herkunftsorten der im Lager Gestorbenen.

An das Lager selbst erinnert heute nur noch wenig. An seiner Stelle steht heute ein Wald, der Frieden und Ruhe ausstrahlt. Die Oktobersonne schien an diesem Sonntagnachmittag durch die herbstlich gefärbten Blätter und am Horizont leuchteten die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen. Und doch ist dieser idyllische Ort exakt der Platz, wo Menschen unter unwürdigsten Bedingungen in 382 fensterlosen Holzbaracken, auf engstem Raum zusammengepfercht leben mussten und in großer Zahl den katastrophalen hygienischen Bedingungen und der Mangelernährung zum Opfer fielen.

Die Reden auf dem Friedhof standen im Zeichen des Gedenkens und der persönlichen Schicksale der Deportierten. Aber auch die gegenwärtige Situation und der Schutz jüdischen Lebens kamen zur Sprache. Alle Redner wandten sich direkt an die anwesenden jungen Menschen und betonten die Bedeutung, neue und zeitgemäße Zugangswege für eine weiterentwickelte Erinnerungskultur zu schaffen.

Daniel Hager-Mann, Ministerialdirektor im Kultusministerium, widmete sich in seiner Rede dem jungen Karlsruher Hans-Jürgen Maier. Er kam im Alter von nur elf Jahren nach Gurs und wurde später nach Auschwitz deportiert und ermordet. „Das ist nur ein Fall von Tausenden, ja von Millionen. Das ist und bleibt unbegreiflich“, so Hager-Mann.

Auch Dietmar Späth, der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden, die in diesem Jahr die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Reise übernahm, erinnerte an die Situation im Lager Gurs: „Ich stehe hier, um zu Ihnen zu sprechen und dennoch fehlen mir angesichts des unermesslichen Leids die Worte. Nicht alle Einzelschicksale sind uns bekannt. Bei einigen Personen kennen wir die detaillierten Lebenswege, bei anderen wenig mehr als den Namen. Aber eines ist gewiss: Alle mussten unendliches Leid ertragen.“ In seiner Rede ging er auch auf die gegenwärtige Situation des jüdischen Lebens ein. „Israel und jüdische Menschen sind auch rund 80 Jahre nach dem Holocaust Zielscheibe unerbittlichen und unversöhnlichen Hasses. Dass wir hier gemeinsam stehen und gedenken, macht mir jedoch auch Mut, dass wir es als Gesellschaft schaffen, den antisemitischen Strömungen entgegenzustehen“, so Späth.

Professor Doron Kiesel, Wissenschaftlicher Direktor des Zentralrats der Juden in Deutschland, redete über die Bedeutung des Erinnerns: „solange Gedenken aufrechterhalten und gepflegt wird, lebt auch die kollektive oder individuelle historische Erinnerung weiter.“

Abschließend sprach Max Brisson, Senator des Departments Pyrénées-Atlantiques. Er erinnerte an die Verantwortung des Vichy-Regimes und somit des französischen Staates für die „Mittäterschaft an diesem Ort,“ die das Lager Gurs zu einem „Vorzimmer von Auschwitz“ habe werden lassen. Er schlug einen Bogen zu den Terrorakten des 7. Oktobers 2023 und dem neuerlichen Erstarken des Antisemitismus in Europa. Aber er dankte auch für die deutsch-französische Freundschaft und die Zusammenarbeit in Gurs: „Vielen Dank für diese Arbeit, für diese Kooperation und dafür, dass Sie die Erinnerung an die Deportierten von Gurs fortleben lassen.“

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Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung trafen sich deutsche und französische Gäste zu einem Empfang im Gemeindezentrum von Gurs und auf Einladung der deutschen Delegation zu einem gemeinsamen Abendessen. Ehrengäste an diesem Abend waren der Sohn und die Enkelin des Operetten- und Filmkomponisten Leonhard Märker. Dieser hatte das Lager von Gurs überlebt und konnte 1943 in die USA emigrieren. Im Lager hatte er das Lied „Wird es Nacht im Camp de Gurs“ komponiert, dessen Melodie lange als verschollen galt. Zur Überraschung aller Anwesenden brachte ein eigens engagierter Tenor das Lied zum Vortrag, was nicht nur den Sohn des Komponisten zu Tränen rührte.

Ein wesentlicher Bestandteil der Gedenkreise nach Gurs ist die aktive Beteiligung junger Menschen. Deshalb nehmen jedes Jahr auch Jugendliche aus den Mitgliedstädten teil. Am zweiten Tag stellten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hohenbaden ihr Erinnerungsprojekt vor. Die Jugendlichen zeichneten minutiös den Lebens- und Leidensweg der Baden-Badener Familien Lieblich und Rosenthal nach, die am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert wurden. Teil der Präsentation war ein Beitrag von Aryeh Brett Levi, dem Ur-Urenkel von Philipp Lieblich. Levi meldete sich aus seiner heutigen Heimat New York City mit einer Videobotschaft. Darin bedankte er sich für das Engagement der Schülergruppe und der Arbeitsgemeinschaft und richtete einen Appell an die Jugendlichen, die Erinnerung an die Schicksale der Deportierten weiterzutragen.

Am Nachmittag besuchte die Delegation nochmals das Lagergelände. Dort schilderte Rita Althausen, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mannheim als „Z(w)eitzeugin“ die Erlebnisse ihres Vaters Oskar Althausen (1919-2001). Er war zusammen mit seinen Eltern verschleppt worden, jedoch gelang ihm als einem der wenigen die Flucht über die winterlichen Pyrenäen nach Spanien und in das britische Mandatsgebiet in Palästina bzw. nach Israel, von wo aus er 1951 nach Mannheim zurückkehrte und sein Leben dem Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde und der Erinnerung an das Lager Gurs widmete. Rita Althausens bildhafte Erzählungen an einer rekonstruierten Baracke halfen den Nachgeborenen, die ganze unbegreifliche Grausamkeit des Lagers Gurs besser nachempfinden zu können.

Allen Zuhörerinnen und Zuhörern wurde klar, dass sich aus dem Grauen von Gurs ein Auftrag ableitet. In den Worten von Senator Brisson: „Heute wollen wir uns an die Geschichte der Deportierten von Gurs erinnern. Lassen Sie uns ihr Andenken würdigen und ihr Erbe weitertragen. Damit unsere Kinder und Enkelkinder sich dieses Erbes bewusst werden, dass sie es verstehen und dieses Erbe auch in Zukunft würdigen. Lassen Sie uns den Weg des Teilens und des einander Zuhörens gehen und uns abwenden von Unwissenheit, Verachtung und Egoismus, die unweigerlich zu Hass und Gewalt führen!“

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Das Lied von Gurs

Schön ist die Welt für viele,
bei ihnen geht alles glatt,
Doch daneben gibt es auch and’re,
die haben ihr Leben satt.

Alle machten sie einst Pläne,
und sie hielten sich dran fest.
Aus Plänen wurden Tränen,
weil sich das Leben nicht zwingen läßt.

In den Basses-Pyrénéen gibt es einen Ort,
wo Baracken nur stehen, kein Baum steht dort.
Dort kommt nur der hinein,
der kein Recht hat auf der Welt zu sein.

Und wer den Ort betrat,
den trennt von der Welt ein Stacheldraht.
In den Basses Pyrénéen hält Frankreich Wacht
über jenen der Ärmsten, der nichts verbrach.

Und wärst du heut ein Fremder,
dann scheint auch Dir’s
es gibt Verdammte nur
im Camp de Gurs.

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01 Singen – Konstanz – Romanshorn

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
Strava: +++

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02 Romanshorn – Vaduz – Sargans

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
Strava: +++

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03 Sargans – Chur – Ilanz

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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04 Ilanz – Disentis – Rueras (Sedrun)

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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05 Sedrun – Oberalppass – Hospental

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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06 Hospental – St. Gotthard Pass – Realp – Andermatt

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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07 (Hospental) – Hotel Galenstock – Furka Pass – Gluringen

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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08 Gluringen – Brig – Sion

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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09 Sion – Martigny – Vallorcine – Chamonix – Sallanches

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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10 Combloux – Megève – Albertville

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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11 Albertville – Chambéry – Aix-les-Bains

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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13 Aix-les-Bains – Seyssel – Bellegarde-sur-Valserine

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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14 Bellegarde-sur-Valserine – Genf – Gland

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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15 Gland – Morges – Yverdon-les-Bains

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
Strava: +++

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16 Yverdon-les-Bains – Neuchâtel – Biel

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
Strava: +++

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17 Biel – Col de Pierre Petuis – Delémont

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
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18 Delémont – Laufen – Basel SBB

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +250 / –260
Fahrzeit: 04:31 h

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Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1808797206
Strava: +++

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Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 bewerbe ich mich um einen Sitz im Gemeinderat der Stadt Weinheim und im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises.

Alle Informationen rund um meine Kandidatur habe ich auf einer eigenen Website unter www.thomas-ott.net/2024/ zusammengefasst.

Nach der Alpenüberquerung 2022, bei der wir es aus Zeitgründen nicht bis ans Mittelmeer geschafft haben, sind wir in diesem Jahr die klassische Route von Salzburg nach Grado gefahren. Der Rückweg führte uns über Triest und durch das wunderschöne Slowenien nach Klagenfurt. Insgesamt haben wir ca. 950 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt und 7200 Höhenmeter überwunden.

01 (Weinheim -) Salzburg – Werfen

Distanz: 48,7 km
Höhenmeter: +380 / –270
Fahrzeit: 03:19 h

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Komoot: https://www.komoot.de/tour/1265455497
Strava: https://www.strava.com/activities/9667388816

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02 Werfen – Bad Gastein

Distanz: 61,5 km
Höhenmeter: +800 / –330
Fahrzeit: 4:49 h

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Komoot: https://www.komoot.de/tour/1267049761
Strava: https://www.strava.com/activities/9673637061

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03 Bad Gastein

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04 Bad Gastein – Böckstein | Tauernschleuse | Mallnitz – Paternion

Distanz: 70,2 km
Höhenmeter: +490 / –1040
Fahrzeit: 04:31 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1269433306 / https://www.komoot.de/tour/1270810286
Strava: https://www.strava.com/activities/9683027564 / https://www.strava.com/activities/9686928779

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05 Paternion – Tarvisio

Distanz: 59,5 km
Höhenmeter: +490 / –250
Fahrzeit: 04:12 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1272079691
Strava: https://www.strava.com/activities/9691986654

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06 Tarvisio – Artegna

Distanz: 78,6 km
Höhenmeter: +330 / –830
Fahrzeit: 05:04 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1273741842
Strava: https://www.strava.com/activities/9699212983

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07 Artegna – Grado

Distanz: 89,3 km
Höhenmeter: +290 / -250
Fahrzeit: 05:47 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1275349370
Strava: https://www.strava.com/activities/9706345365

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08 Grado – Trieste

Distanz: 60,4 km
Höhenmeter: +100 / -90
Fahrzeit: 04:13 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1276794127
Strava: https://www.strava.com/activities/9706345365

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09 (Trieste -) Muggia – Izola – Trieste

Distanz: 57,7 km
Höhenmeter: +320 / -320
Fahrzeit: 04:05 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1278001892
Strava: https://www.strava.com/activities/9718597015

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10 Trieste – Postojna

Distanz: 63,3 km
Höhenmeter: +970 / –430
Fahrzeit: 05:16 h

Schon bei der Planung der heutigen Etappe war klar, dass eine große Herausforderung auf uns warten würde. Es galt von Meereshöhe in Triest hinauf in den slowenischen Karst zu gelangen. Nach einem schweren Unfall im August 2016 fährt leider die historische Zahnradbahn (mit Fahrradtransport) nicht mehr. Da von Trieste Centrale nach Ljubljana nur zwei Regionalzüge am Tag verkehren und wir nicht in Erfahrung bringen konnten, ob wir die Fahrräder im Vormittagszug garantiert mitnehmen können, blieb nur die Alternative übrig, selbst hinauf zu fahren. Den sanftesten Anstieg ermöglicht eine alte Bahntrasse, die Pista Ciclabile Giordano Cottur. Während der untere Teil asphaltiert ist, wird der obere Teil zur Herausforderung für Mensch und Material. Der grobe Schotter ist für normale Fahrradreifen kaum und mit schwerem Gepäck praktisch nicht fahrbar. Dafür weiß ich jetzt, wofür Gravelbikes gut sind. Entschädigt wird man mit einer grandiosen Landschaft, die das Karl-May-Verfilmungs-konditionierte-Boomer-Herz höher schlagen lässt.

Oben in Slowenien angekommen befindet sich gleich das parkähnlich angelegte Gestüt Lipica, wo u.a. die Pferde für die Wiener Hofreitschule gezüchtet und ausgebildet werden. Nachdem die grenznahen Tankstellen und Casinos passiert sind, lässt auch der Autoverkehr nach bzw. verlagert sich auf die parallel verlaufende Autobahn. So bleiben Zeit und Muße, den Formenschatz der Karstlandschaft zu beobachten und sich dankbar an die Mühen des Grundstudiums zu erinnern. Schließlich stammen sämtliche geomorphologischen Karst-Fachbegriffe von Ortsbezeichnungen dieser Gegend.
Nach der Mittagspause macht uns die Hitze zusehends zu schaffen. Für einen ca. 5 km langen Anstieg mit mittlerer Steigung brauchen wir fast 1,5 Stunden, da wir uns von Schattenplatz zu Schattenplatz kämpfen. Zum Glück haben auch die kleineren Orte noch Lebensmittelmärkte, denn mein Wasserverbrauch auf 10 km ist höher als der Dieselverbrauch meines Autos auf 100 km.

Am späten Nachmittag und nach fast 1000 Höhenmetern erreichen wir Postojna, wo morgen früh die zweitgrößte Tropfsteinhöhle der Welt auf uns wartet (https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hlen_von_Postojna).

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1279500004
Strava: https://www.strava.com/activities/9724870072

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11 Postojna – Ljubljana

Distanz: 55,1 km
Höhenmeter: +440 / –680
Fahrzeit: 05:00 h

+++

Komoot: https://www.komoot.de/tour/1281110071 (Aufzeichnung unvollständig)
Strava: https://www.strava.com/activities/9731538714 (Aufzeichnung unvollständig)

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12 Ljubljana – Kranj | Lesce – Bled – Zgornje Gorje

Distanz: 52,3 km
Höhenmeter: +410 / –300
Fahrzeit: 03:56 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1281937030 / https://www.komoot.com/de-de/tour/1282220541
Strava: https://www.strava.com/activities/9735639292 / https://www.strava.com/activities/9736980787

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13 Bled

Distanz: 15,2 km
Höhenmeter: +240 / –240
Fahrzeit: 1:28 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1294404937

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14 Zgornje Gorje – Laghi di Fusine – Podkoren

Distanz: 67,0 km
Höhenmeter: +860 / –620
Fahrzeit: 4:55 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1284985637
Strava: https://www.strava.com/activities/9751110808

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15 Podkoren – Ferlach

Distanz: 62,4 km
Höhenmeter: +610 / –1020
Fahrzeit: 5:55 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1171064209
Strava: https://www.strava.com/activities/9756798573

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16 Ferlach – Klagenfurt

Distanz: 65,1 km
Höhenmeter: +440 / –410
Fahrzeit: 3:20 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1287644324

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17 Rund um den Wörthersee

Distanz: 46,8 km
Höhenmeter: +190 / –190
Fahrzeit: 03:27 h

+++

Komoot: https://www.komoot.com/de-de/tour/1289045080
Strava: https://www.strava.com/activities/9768841175

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Dieses Jahr haben wir uns einen lange gehegten Traum erfüllt und die Alpen mit dem Fahrrad überquert (nur mit Muskelkraft). Wir haben die Reise in 17 Etappen unterteilt, die auch genug Zeit für Besichtigungen und (kulinarische) Genüsse entlang der Strecke ließen und das Vorhaben nicht zur Quälerei machten. Schließlich bin ich nicht Jan Ulrich, und Udo Boelts kam auch nicht mit. Da wir nicht One-Way fahren wollten und das Zeitbudget begrenzt war, mussten wir die Abstecher nach Venedig und an den Gardasee leider aus der Route streichen. Insgesamt haben wir 1.008 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt und 8.510 Höhenmeter überwunden.

01 (Weinheim -) Holzkirchen – Wildbad Kreuth

Distanz: 45,6 km
Höhenmeter: +430 / –220
Fahrzeit: 03:24 h

Der Tag begann mit einem Schreckmoment: der Zug, in dem wir schon vor Monaten die Plätze für unsere Räder gebucht hatten, wurde kurzfristig gestrichen. Glücklicherweise erreichten wir noch eine frühere S-Bahn nach Mannheim, wo wir in den ICE steigen konnten, den wir eigentlich erst ab Stuttgart gebucht hatten. Nachdem wir uns auch aus dem übervollen Regionalzug herausgekämpft hatten, machten wir uns von Holzkirchen auf der Fernradroute München – Venezia auf den Weg Richtung Tegernsee.

Ziel der ersten Etappe war Wildbad Kreuth. Die Älteren werden sich an die Bilder aus tiefverschneiten Wintern erinnern, wenn sich die Landesgruppe der CSU hier zur Klausur traf, um die Bonner Politik mit Forderungen zu konfrontieren. Legendär ist das Treffen von 1976, bei dem die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Deutschen Bundestag aufgekündigt wurde. Das Gebäudeensemble wurde vor einigen Jahren von den Nachkommen der Wittelsbacher an einen Hotelier aus Rottach-Egern verkauft, der es zu einem Luxusresort umbauen möchte. Bis es soweit ist, werden die Räumlichkeiten als “Pop-Up-Lodge” vermarktet. Das Hotel hat einen eigentümlichen Charme, irgendwo zwischen “lost place” und (sehr nobler) Jugendherberge.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/902316823
Strava: https://www.strava.com/activities/7698307110

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02 Wildbad Kreuth – Achensee – Pill im Inntal

Distanz: 61,5 km
Höhenmeter: +530 / –770
Fahrzeit: 4:11 h

Der erste von fünf Pässen liegt hinter uns, auch wenn es nur der Achenpass (941m) war. Die Strecke entlang des Achensees sind wir schon einige Male mit dem Auto gefahren. Mit dem Rad nimmt man die Schönheit des Sees und des Karwendelgebirges sehr viel intensiver wahr.

Vom Achensee führt die Radroute steil hinab ins Inntal, u. a. über eine kurvenreiche Naturrodelbahn. Der Inntal Radweg ist unspektakulär, eingezwängt zwischen Fluß, Autobahn und Bahngleisen. Architektonisches Highlight war die Kirche in Schwaz, die als „Hallenkirche“ vierschiffig gebaut ist.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/903560026
Strava: https://strava.app.link/UvX1eriwOsb

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03 Pill – Innsbruck – Patsch

Distanz: 49,2 km
Höhenmeter: +530 / –90
Fahrzeit: 03:54 h

Erste Zwischenstation heute waren die “Swarovski Kristallwelten” in Wattens, wo der Schmucksteinhersteller seinen Hauptsitz um einen Landschaftspark mit Museum und Flagship Store erweitert hat. Danach ging es weiter nach Hall mit seiner sehr sehenswerten Altstadt. Und in Innsbruck kommt man selbstverständlich nicht um einen Fotostop am Goldenen Dachl herum. Über Schloss Ambras führte unsere Route steil hinauf nach Igls und zum heutigen Ziel in Patsch, hoch über der Europabrücke und mit Blick ins Stubaital.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/904785581
Strava: https://strava.app.link/YEotZDOZPsb

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04 Patsch – Brennerpass – Sterzing

Distanz: 53,2 km
Höhenmeter: +630 / –690
Fahrzeit: 03:28 h

Heute also die zweite Hälfte der Auffahrt zum Brenner. Zunächst ging es im wellenförmigen Auf und Ab entlang des Wipptals. In Matrei trafen wir auf die Brenner Bundesstraße, wo heute der Ötztalradmarathon ausgetragen wurde. Von Steinach nach Gries fuhren wir zusammen mit den Nachzüglern des Rennens und konnten etwas Tour de France-Feeling mitnehmen, Hubschrauberlärm inklusive.

Nachdem uns der Besenwagen überholt hatte, gerieten wir in die Karawane der Autos, die ungeduldig hinter dem Rennen auf freie Fahrt warteten. Das war vor allem auf den steileren Rampen sehr unangenehm. Endlich oben auf dem Pass, war ich ein bisschen stolz, es geschafft zu haben. Meine Söhne werden lachen, sie haben schon viel weitere Strecken mit tausenden Höhenmetern bewältigt.

Die Abfahrt nach Sterzing war sehr schön. Auf einer alten Bahntrasse rollt man ins Tal, ohne Bremsen zu müssen. Der Radweg ist perfekt beschildert und alle Gefahrenstellen sind deutlich markiert.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/906320973
Strava: https://strava.app.link/gYmaBToBRsb

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05 Sterzing – Franzensfeste – Bruneck – Niederrasen

Distanz: 71,9 km
Höhenmeter: +680 / –560
Fahrzeit: 04:38 h

Die Abfahrt durch das Eisacktal zur Franzensfeste war anstrengender als gedacht, da mehrfach kurze, giftige Anstiege zu bewältigen waren. Die strategische, talblockierende Lage der Festung hat dazu geführt, dass die modernen Verkehrswege mitten durch das Bauwerk trassiert wurden. Der Radweg liegt teilweise direkt unter der Autobahn.

Nachdem der knackige Anstieg nach Mühlbach bewältigt war, verlief der Radweg sanft ansteigend im Talgrund des Pustertals bis nach Bruneck. Von dort aus nimmt die Steigung wieder zu, aber wir wurden mit dem Anblick der silbrig leuchtenden Dolomitengipfel belohnt.
Das heutige Quartier befindet sich in einem burgähnlichen Gutshof (“Ansitz”) aus dem 16. Jahrhundert.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/907780556
Strava: https://strava.app.link/dBaLU7reUsb

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06 Niederrasen – Toblach – Passo Cimabanche – Cortina d’Ampezzo

Distanz: 52,6 km
Höhenmeter: +620 / –420
Fahrzeit: 04:02 h

Der heutige Tag lässt sich kaum in Worte fassen. Zunächst fuhren wir weiter auf dem Pustertalradweg nach Toblach. Dort beginnt mit dem Dolomitenradweg eine Radroute, die hinter jeder Kurve ein neues, atemberaubendes Panorama anbietet. Erster Höhepunkt ist der Toblacher See, in dem sich die steilen Felswände spiegeln. Nur wenige hundert Meter weiter, erinnert ein großer Soldatenfriedhof an das Grauen der Isonzofront. Auf teilweise grobem Schotter gelangt man auf eine Hochebene, von der sich ein grandioser Blick auf die Nordseite der Drei Zinnen öffnet. Wie im Kino sitzt man da und beobachtet den Zug der Wolken über und zwischen den Gipfeln. Kurz vor der Passhöhe (Im Gemärk / Passo Cimabanche, 1530m) ein weiterer türkisblauer See vor imposanten Felswänden. Jetzt beginnt die Abfahrt ins Veneto, die auf einer alten Bahntrasse durch Tunnels und über Brücken einer tiefen Schlucht bis an den Stadtrand von Cortina folgt.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/908836596
Strava: https://strava.app.link/kebarifbVsb

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07 Cortina d’Ampezzo

Obwohl die Wettervorhersage ziemlich bescheiden war, machten wir uns am Morgen auf den Weg zum Busbahnhof. Für nur 6,40 € fährt ein Bus bis hinauf ins Rifugio Auronzo (2333 m), direkt am Fuß der Drei Zinnen. Schon die Anfahrt über den Passo Tre Croci und den Misurina See ist jeden Cent wert. Vom Rifugio startet ein allwettertauglicher Rundweg um die drei Gipfel. Zu Beginn unserer Wanderung waren die Felstürme nur zu erahnen, aber bald lichteten sich die Wolken zumindest soweit, dass immer wieder andere Teile des Massivs sichtbar waren. Auch ohne Postkartenwetter hatte der Ausflug einen besonderen Reiz.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/909781340

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08 Cortina d’Ampezzo – Ponte nell’Alpi

Distanz: 68,7 km
Höhenmeter: +340 / –1.120
Fahrzeit: 04:30 h

Nachdem sich die “Königin der Dolomiten” gestern noch im grauen Kleid zeigte, konnten wir zum Abschied das volle Panorama in der Morgensonne genießen. Vorbei an der Olympiaschanze von 1956 ging es wieder auf der alten Bahnstrecke mehr als 1000 Höhenmeter abwärts durch das Cadore.

Das Val di Cadore ist auch als „Tal der Gelatieri“ bekannt. Von hier stammt ein Großteil der italienischen Eisdielen-Besitzer in Deutschland und Österreich. Seit den 1920er Jahren wanderten sie aus, um im Sommer Eis zu verkaufen und den Winter in ihrer Heimat zu verbringen. Bei einer Gewitterpause am Nachmittag kamen wir mit einem Handwerker ins Gespräch, der einige Sommer in verschieden deutschen Städten (u.a. Heidelberg) als Eisverkäufer gearbeitet hat.

Ab dem mittleren Teil des Tals fährt die Eisenbahn noch. Seit eine Schnellstraße mit großen Talbrücken und Tunnels gebaut wurde, sind die Dörfer in einen Dornröschenschlaf gefallen. Wir hatten über mehr als 20 km die alte Staatsstraße ganz für uns allein.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/911113767
Strava: https://strava.app.link/Ddsy7agoYsb

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09 Ponte nell’Alpi – Belluno – Feltre

Distanz: 56,7 km
Höhenmeter: +480 / –610
Fahrzeit: 04:33 h

Heute haben wir die Radroute nach Venedig verlassen und sind dem Tal des Piave nach Südwesten gefolgt. Über die Vorhügel der Belluneser Alpen glich der Weg einem überdimensionierten Pump Track durch Wiesen, Wälder und manchmal auch die Vorgärten der Bauernhöfe. Mit Belluno und Feltre gab es gleich zwei herausragende alte Stadtkerne zu besichtigen.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/912441146
Strava: https://strava.app.link/GiTWDwia0sb

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10 Feltre – Primolano – Barco (Levico Terme)

Distanz: 66,0 km
Höhenmeter: +470 / –300
Fahrzeit: 04:08 h

Von Feltre führte uns die heutige Strecke zunächst zum Lago del Corlo, zur Zeit leider nur ein Tümpel. Über einen kleinen Pass gelangt man an die berühmten “scale di Primolano”, eine Staffel von engen Spitzkehren, die steil hinab an das obere Ende der Brentaschlucht in den namensgebenden Ort führen. Wir bogen unten nach rechts ins Val Sugana ab. Dort führt die Radroute auf dem Hochwasserdamm der Brenta bis zum Kurort Levico Terme (Löweneck), vor dessen Toren wir in einem Agritourismo inmitten von Apfelplantagen übernachten.
Besonders sehenswert waren heute die Altstadt von Borgo Valsugana (Burg im Suganertal) und die Überreste der Befestigungen aus dem 1. Weltkrieg.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/913605078
Strava: https://strava.app.link/Vu2UQmDI1sb

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11 Barco – Trento – Mezzocorona

Distanz: 68,2 km
Höhenmeter: +360 / –560
Fahrzeit: 04:29 h

Durch schier endlose Apfelplantagen fuhren wir heute morgen weiter talaufwärts zum Lago di Caldonazzo. Nachdem wir im Gewirr von Autobahn, Fluss, Bahn und Landstraße wieder auf die Radroute zurückgefunden hatten ging es über eine letzte, bastionsbewehrte Anhöhe in rasanter Abfahrt hinunter ins Etschtal nach Trient. Die Stadt haben wir seither auf allen Reisen nach Süden links liegen gelassen – – ein großer Fehler, den wir heute korrigiert haben.

Am Ufer der Etsch haben wir den tiefsten Punkt (170 m) unserer kleinen Rundfahrt erreicht. Etschaufwärts liegt unser heutiges Etappenziel Mezzocorona (Kronmetz), wo wir genau rechtzeitig zur “Kerwe” eintrafen.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/915457486
Strava: https://strava.app.link/voOL5srv3sb

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12 Mezzocorona – Epan – Bozen

Distanz: 51,9 km
Höhenmeter: +380 / –310
Fahrzeit: 03:14 h

Heute habe ich das erste mal ans Aufgeben gedacht. Den ganzen Morgen lief es wunderbar weiter entlang der Etsch bis nach Tramin. Auf dem Weg zum Kalterer See machte mein Hinterrad immer mehr Probleme. Eine erste Reparatur (lockere Speichen) am Samstag hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht, und der Achter wurde nun so schlimm, dass das Rad bei jeder Umdrehung blockierte. Nach einem Bad im See galt es, etwa 250 Höhenmeter hinauf zur Südtiroler Weinstraße zu überwinden. Um die Mittagszeit war in den Weinbergen kaum Schatten zu finden. Oben angekommen war ich ziemlich fertig, aber eine kalte Cola von der Tankstelle brachte neue Energie.
Die tolle Abfahrt mit großartigem Schlern-Panorama hinunter nach Bozen konnte ich kaum genießen, da ich mir Sorgen um die anstehende Reparatur machte. Zu allem Übel war die geplante Route durch ein Tor blockiert, was zusätzliche Zeit und Mühe kostete.
Dank Google war aber schnell eine Fahrradwerkstatt nahe unseres Quartiers gefunden. Und glücklicherweise war dort ein passendes Hinterrad vorrätig, das auch sofort montiert wurde. So konnte ich dann doch noch eine kleine Stadtbesichtigungsrunde drehen.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/916436969
Strava: https://strava.app.link/0oQbMOSb5sb

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13 Bozen – Meran – Naturns

Distanz: 53,4 km
Höhenmeter: +530 / –190
Fahrzeit: 03:56 h

Rund um Bozen sind die Apfelplantagen wie Hochsicherheitstrakte angelegt. Alles ist umzäunt und viele Wege sind durch schwere Tore abgesperrt. Das mag so kurz vor der Ernte ein probates Mittel gegen den Mundraub sein, allein, es erschwert die Navigation für den ortsunkundigen Radler. Endlich wieder auf dem Etschdamm angekommen ging die Fahrt weiter durch das Südtiroler Schlaraffenland Richtung Meran. Die Stadt begeistert jedesmal aufs Neue mit ihrer üppigen mediterranen Vegetation.

Am Nachmittag ging es dann hinauf ins Vinschgau, wo wir heute in einem Hof zu Füßen von Schloss Juval übernachten. Ob der alte Yeti zuhause ist, war nicht in Erfahrung zu bringen. Und zum Hochsteigen war ich zu müde.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/917722361?r
Strava: https://strava.app.link/oXqduY4L6sb

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14 Naturns – Mals

Distanz: 47,7 km
Höhenmeter: +580 / –70
Fahrzeit: 03:19 h

Ein letztes Mal fuhren wir heute durch den Garten Eden mit seinen riesigen Apfelhainen, Kistentürmen und Lagerhallen. Knapp oberhalb von 900 m endet der großflächige Obstanbau und die Weidewirtschaft bestimmt wieder das Landschaftsbild. Da auch die Wiesen beregnet werden, bleiben gelegentliche Duschen nicht aus.

In Laas ist die Tradition des Marmorabbaus nicht zu übersehen. Zwar gibt es anders als etwa in Carrara keine sichtbaren Steinbrüche, da hier das Gestein unter Tage abgebaut wird, aber viele Straßen und Gassen sind mit Marmor gepflastert. Das weiße Gestein dominiert auch die Kirche, den Friedhof und die Denkmäler im Ort. Große Mengen Laaser Marmor wurden in Wien verbaut.

Trotz der starken Bewölkung waren die Gletscher des Ortlermassivs zu sehen. Ein weiterer Höhepunkt war Glurns, dessen Stadtbefestigung und Architektur deutlich auf die nahe Grenze nach Graubünden verweisen. Von Glurns war es dann nur noch ein kleiner Anstieg nach Mals, wo wir heute untergekommen sind.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/918630302
Strava: https://strava.app.link/5XBa5dng8sb

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15 Mals – Reschenpass – Martina – Pfunds

Distanz: 56,5 km
Höhenmeter: +710 / –800
Fahrzeit: 04:06 h

Über die Malser Haide, den größten Schwemmfächer der Alpen, führte uns die Route mit bis zu 20% Steigung hinauf zum Reschensee. Obwohl wir am schöneren Westufer entlang fuhren, ließ ich es mir nicht nehmen, einen Abstecher zum alten Kirchturm von Graun zu machen. Bei meinem letzten Besuch war der See zugefroren und man konnte auf dem Eis zum Turm laufen. Heute war der Wasserstand so niedrig, dass man auf einer Sandbank um den Turm herum spazieren konnte.
Mit der Passage des Reschenpasses haben wir das Dach unserer Tour erreicht und den Alpenhauptkamm zum zweiten Mal überquert. ✌️
Von Nauders nahmen wir die Abzweigung in Richtung St. Moritz, denn ohne die Schweiz fühlt sich eine Alpenüberquerung irgendwie unvollstândig an. 😉
Die lange Abfahrt von der Norbertshöhe hinunter ins Inntal im Sonnenschein war super und ich bedauerte ein wenig die entgegen kommenden Radfahrer. Da wir gut in der Zeit lagen, beschlossen wir den Abstecher ins Engadin zu verlängern. Leider währte die Freude nur wenige Kilometer, da ich einen Platten am Hinterrad beheben musste. Ich kann Obelix also in seinem Urteil über Helvetien nur zustimmen.
Durch die Schlucht des Inn, der wohl nur in Kufstein grün ist, rollten wir dann hinunter nach Pfunds, wo wir einen Steinwurf von der Kajetansbrücke entfernt nächtigen.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/919696851
Strava: https://strava.app.link/4Z65usJ89sb

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16 Pfunds – Imst – Nassereith

Distanz: 73,4 km
Höhenmeter: +420 / –560
Fahrzeit: 05:01 h

Bei wechselhaftem und kühlem Wetter ging es heute weiter den Inn abwärts nach Landeck und Imst. Die Berge waren zumeist wolkenverhüllt, aber auch im Tal gab es genug zu sehen, u. a. römische Spuren der Via Claudia Augusta, der wir bereits seit Feltre folgen. Die letzten Kilometer vor Imst waren die ödesten bislang. Hier führt der Innradweg gefühlt auf dem Standstreifen der Autobahn entlang.
Von Imst folgten wir dem Gurgltal in Richtung Fernpass. Der Radweg läuft hier weit entfernt von der Schnellstraße auf der anderen Talseite, durch Bieberbewohnte Auen und einen nach dem Regen duftenden und dampfenden Bergwald. Sehenswert auch das kleine Freilichtmuseum “Knappenwelt Gurgltal”.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/920577316
Strava: https://strava.app.link/q90y0YyNbtb

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17 Nassereith – Fernpass – Garmisch-Partenkirchen – Farchant

Distanz: 63,3 km
Höhenmeter: +670 / –820
Fahrzeit: 05:57 h

Die heutige Etappe hielt alles, was sie im Vorfeld versprach. Im Regen ging es über den Fernsteinsee extrem steil und schmal hinauf zum Fernpass. Das Wetter hatte den Vorteil, dass wir nur sehr wenigen anderen Radlern begegneten und die Engstellen ohne Gegenverkehr passieren konnten. Trotz der Nässe und Anstrengung hätte ich um keinen Preis mein Fahrrad gegen ein Auto in der endlosen Stop-and-Go Schlange auf der Passstraße eintauschen wollen. Der Radweg kreuzt an der Passhöhe die Bundesstraße um dann noch ca. 70 weitere Höhenmeter zum ursprünglichen Pass der Via Claudia Augusta aufzusteigen.

Auf der wesentlich leichter zu befahrenden Nordseite des Passes gelangten wir hinunter nach Biberwier ins Ehrwalder Becken. Anstatt auf der Römerstraße weiter ins Außerfern nach Reutte und Füssen zu fahren, wechselten wir auf den Loisach-Radweg. Dem Flüsschen folgten wir den ganzen restlichen Tag in seinem großen Bogen um die Zugspitze.

In Grainau haben wir einen Abstecher zum Bader See gemacht. In meiner akademischen Zeit war ich dort mehrfach im Februar bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Kanada-Studien. “Kanadischer” als hier wird es in Deutschland nirgends. Bald danach war mit Garmisch-Partenkirchen die dritte Olympiastadt auf unserer Tour erreicht, wo wir die Eingeborenen bei der Brauchtumspflege beobachten konnten.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/921802490
Strava: https://strava.app.link/EOZmVwHpdtb

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18 Farchant – Wolfratshausen (- Weinheim)

Distanz: 69,5 km
Höhenmeter: +230 / –330
Fahrzeit: 04:14 h

Auch heute war uns zunächst kein Glück mit dem Wetter vergönnt. Aber immerhin waren die Regenwolken so hoch, dass wir einen letzten Blick auf den Zugspitzgipfel erhaschen konnten. Wir folgten mehr oder weniger den ganzen Tag dem Loisach-Radweg, der uns u.a. zum bayerischen Landesgestüt in Schweiganger, zum Kochelsee und nach Benediktbeuern führte.

Nach etwas mehr als 1.000 Kilometern und mehr als 8.500 Höhenmetern endete in Wolfratshausen unsere kleine Alpenrunde, wo schon die S-Bahn nach München bereit stand.

Komoot: https://www.komoot.de/tour/922860734
Strava: https://strava.app.link/zppXdRQYetb

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Manche Beschlussvorlagen im Gemeinderat sind schwierig: man muss sich in den Sachverhalt einarbeiten, widerstrebende Interessen abwägen und die finanziellen, ökologischen und sozialen Folgen abschätzen. Ganz anders der Beschluss zum Tagesordnungspunkt 7 auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, bei dem es nicht viel zum Überlegen gab. Hier meine Stellungnahme zur “Heidi-Mohr-Halle”:

Heidi Mohr begeisterte mich für den Frauenfußball lange bevor es meine eigene Tochter konnte.

Unvergessen bleibt mir ihr Tor des Monats aus dem Endspiel der EM 1991, als sie den Ball am eigenen Strafraum eroberte und mit einem Sololauf die halbe norwegische Mannschaft ausspielte.

Als gebürtiger Pfälzer kannte ich sie als Spielerin der TUS Niederkirchen. Nach Weinheim kam ich erst nach Ende ihrer aktiven Laufbahn. Ich kann daher nicht über die häufig beklagte fehlende Würdigung Heidi Mohrs urteilen.

Ihre Titel und Ehrungen sind in der Beschlussvorlage aufgezählt, und es ist gut, dass Heidi Mohr mit dem Hallennamen nun die ihr zustehende Ehrung erfährt.

Ich würde mich freuen, wenn die Benennung der Halle dazu beiträgt, dass die Fußballstadt Weinheim nicht länger nur durch Sepp Herberger und den legendären Pokalsieg der Nullneuner und damit nur durch Männer bekannt ist.

Ohne die Ehrung Heidi Mohrs zu schmälern, ist der heutige Beschluss auch eine gute Gelegenheit, den vielen ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern zu danken, die in unseren Sportvereinen wie beispielsweise bei der SG Hohensachsen eine herausragende Arbeit für den Mädchen- und Frauenfußball leisten.

Möge das Vorbild Heidi Mohrs dazu beitragen, dass unsere Stadt weitere großartige Spielerinnen hervorbringt!

Ich habe die Stadtverwaltung an dieser Stelle schon mehrfach für ihre zögerliche Umsetzung von Digitalisierungsschritten kritisiert. Auf der jüngsten Sitzung des Digitalisierungsbeirates waren nunmehr sehr positive Botschaften zu vernehmen.

Wie in anderen Bereichen hat die Covid19-Pandemie auch in der Stadtverwaltung für eine Beschleunigung in Sachen Digitalisierung gesorgt. So wurden etwa Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet und weitere digitale Verwaltungsverfahren im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes bzw. von Service-BW für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht. Sorgen bereitet die Internetanbindung des Rathauses, deren Kapazitätsgrenze erreicht ist. Hierzu wird die Verwaltung dem Gemeinderat eine ausführliche Vorlage zukommen lassen.

Im zweiten Tagesordnungspunkt ging es um die Digitalisierung an den Schulen. Ein von mir entworfener Haushaltsantrag brachte 2018 den Stein finanziell ins Rollen (https://www.rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-weinheim-baustellenstrasse-faellt-durch-_arid,336676.html). Der Vortrag des Digitalisierungsbeauftragten für die Weinheimer Schulen erläuterte das mittlerweile ausgearbeitete und in großen Teilen bereits umgesetzte Konzept für die Breitbandanbindung und Hardwareausstattung der Schulen. Die Förderprogramme im Rahmen der Corona-Krise haben auch hier für eine Beschleunigung gesorgt. Unbefriedigend ist die Situation an der Theodor-Heuss-Schule in Oberflockenbach, deren Netzanbindung durch die Verzögerungen des Fibernet-Projektes weiter auf sich warten läßt.

Presseberichte

Zu Beginn der Sitzung gab Oberbürgermeister Just einen Überblick zum Stand der Corona-Pandemie und ihrer Folgen für die Stadt Weinheim. Erfreulicherweise ist die Zahl der aktiven Covid-19-Fälle mittlerweile sehr stark zurückgegangen. Alle bislang in den Alten- und Pflegeeinrichtungen der Stadt durchgeführten Corona-Tests hatten ein negatives Ergebnis. Etliche Einrichtungen dürfen ab dem kommenden Wochenende wieder öffnen, Details dazu finden sich auf der städtischen Homepage. Schwierigkeiten erwartet Herr Just bei der Wiederaufnahme des Regelbetriebs der KiTas und Grundschulen, da 30-40% des Personals einer Risikogruppe angehören.
Herr Just rechnet mit einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen um 10,5 Millionen Euro und 4 Millionen Euro weniger Mittel aus dem Kommunalen Finanzausgleich. Hinzu kommen Einnahmeverluste aus Gebühren und sonstigen Entgelten. In der Juli-Sitzung soll der Gemeinderat umfangreiche Sparmaßnahmen beschließen.
Im Rahmen der Stellungnahmen regt unsere Fraktion eine Sondersitzung des Kinder- und Jugendbeirates an. In diesem Gremium sind alle relevanten Gruppen und Akteure (inklusive der Eltern) vertreten. Herr Just reagierte positiv auf den Vorschlag.

Im Verlauf der Sitzung wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  • Der Konzessionsvertrag für Wasser und Wärme zwischen Stadt und den Stadtwerken Weinheim ist am 30. April 2020 ausgelaufen. Der Gemeinderat beriet über den Abschluss von neuen Konzessionsverträgen für Wärme und Wasser, eines Wegenutzungsvertrages für Wärme sowie einer Löschwasservereinbarung. Aufgrund der Komplexität und langen Laufzeit (30+10 Jahre) der Verträge hat die Verwaltung eine spezialisierte Anwaltskanzlei mit der Prüfung der Rechtslage und Ausarbeitung der Verträge beauftragt. Dr. Holger Weiß von der Kanzlei W2K (Freiburg) erläuterte die Rechtslage und gab einen Überblick über die ausgehandelten Verträge. Erfreulicherweise ist der digitale Austausch von Daten etwa im Hinblick auf die Koordinierung von Bauvorhaben (z.B. Leitungsauskunft) oder für Zwecke des Brandschutzes (z.B. Standorte von Hydranten) ein zentraler Aspekt aller Verträge.
    In der anschließenden Diskussion betonte unsere Fraktion, dass es gelungen ist, einen fairen Ausgleich der Interessen der Stadt und der Stadtwerke und damit letztlich der Kunden zu finden.
    Die Beschlussvorlage der Stadt wurde einstimmig angenommen. Die Verträge werden nun vom Regierungspräsidium und der Kartellbehörde geprüft. Mit der Ausschreibung der Verträge für Strom und Gas ist in den kommenden Monaten zu rechnen. Hier werden sich voraussichtlich neben den Stadtwerken auch andere Unternehmen beteiligen.
  • Der Jahresabschluss 2018 des Eigenbetriebs Stadtentwässerung wurde einstimmig festgestellt. Durch Investitionen in das Kanalnetz und in Regenrückhaltebecken sind die Verbindlichkeiten des Eigenbetriebes auf mehr als 40 Millionen Euro angestiegen. Die Stadt bewegt sich hier in einem Spannungsfeld aus hohem Investitionsbedarf und einer verträglichen Gebührenbelastung der Bürgerinnen und Bürger. Etliche Redner warnten vor der Gefahr einer deutlichen Gebührenerhöhung bei steigenden Zinsen.
  • Die Vergabe der Grundstücke im neuen Gewerbegebiet “Nord – Bergstraße/Langmaasweg” erfolgt nicht höchstbietend sondern anhand eines Kriterienkatalogs. Der Gemeinderat hatte in dieser Sitzung zu entscheiden, ob die Vergabe öffentlich und anonym oder nicht-öffentlich und mit Nennung der Firmennamen erfolgen soll. Zudem stand die Gewichtung der Vergabekriterien zu Debatte.
    Gegen die Stimmen von SPD und FDP stimmt der Gemeinderat für eine anonyme Bewertung der Bewerbungen um die Gewerbegrundstücke.
    Bei den Vergabekriterien folgt die deutliche Mehrheit der Stadträtinnen und Stadträte dem Vorschlag der CDU (unterstützt von FW, Die Linke und Verwaltung): zu jeweils 25 Prozent soll bei der Entscheidung eine Rolle spielen, wie viele Arbeits- und Ausbildungsplätze eine Firma schafft und wie hoch die Wertschöpfung für die Stadt durch Steuereinnahmen sein wird. Zu jeweils 20 Prozent werden Innovationsfreudigkeit und Nachhaltigkeit gewichtet sowie die Emissionen. Der Standortbezug zu Weinheim soll mit zehn Prozent ins Gewicht fallen.
    Mehr Informationen zum Gewerbegebiet hier: https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/gewerbegebiet-nord.html
  • Die Schaffung von Wohnraum für alle Einkommensgruppen ist ein wichtiger Punkt aus unserem Koomunalwahlprogramm. Die heute zur Abstimmung stehende “Allgemeine Richtlinie über die verbilligte Abgabe von städtischen Grundstücken zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus” ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Ziel ist die Schaffung neuen Wohnraums für Haushalte, die sich am Markt nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können. Die Richtlinie gilt für Wohnbauprojekte mit mindestens 10 Wohneinheiten und mit mehr als 1000 m² Bruttogeschossfläche. In Abhängigkeit des Anteils von preisreduzierter Wohnfläche gewährt die Richtlinie Abschläge bezogen auf den Verkehrswert des Grundstücks. Im Gegenzug erhält die Stadt ein Mieterbenennungsrecht für die preisreduzierten Wohnungen. Unsere Fraktion forderte die Verwaltung auf, Maßnahmen zu prüfen, um eine Fehlbelegung der Wohnungen mit reduzierter Miete zu vermeiden. Die Richtlinie wurde bei einer Gegenstimme angenommen.
  • In einem Abstimmungsmarathon hob der Gemeinderat 56 obsolete Bebauungspläne (überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und z.T. aus dem 19. Jahrhundert) sowie eine Vorkaufsrechtssatzung auf.

Presseberichte zur Sitzung

Meine erste reguläre Sitzung des Weinheimer Gemeinderates fand unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie in der Stadthalle statt. Zu Beginn der Sitzung gab der Oberbürgermeister einen Überblick zu den Entwicklungen der letzten Wochen (mehr dazu hier: https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/_herzlichen+dank_+weinheim_.html). Detaillierte Schätzungen zu den finanziellen Auswirkungen der Krise sind zum jetzigen Zeitpunkt schwer möglich. Die anstehende Steuerschätzung im Mai wird mehr Klarheit bringen.
Auf Nachfrage unserer Fraktion erläutert der Leiter des Personalamts, wie die Verwaltung durch verschiedene Maßnahmen die Arbeitsabläufe neu organisiert hat. So wurden Laptops und Software beschafft, um Homeoffice zu ermöglichen. Insgesamt sieht Herr Neumann einen starken Schub für die Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitsplätze in der Verwaltung. Für Arbeitsplätze die sich nicht digitalisieren lassen, wurden Schichtmodelle eingeführt. Derzeit nicht benötigte Arbeitskräfte (z.B. in den Bädern) wurden mit anderen Aufgaben betraut.

Im Verlauf der Sitzung wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  • Die örtliche Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2020/2021 wird bei einer Enthaltung beschlossen.
  • In Rippenweier werden 10 zusätzliche Kindergartenplätze in einem Naturkindergarten geschaffen (einstimmig).
  • Die Verwaltung empfahl die turnusgemäße Anpassung der Beitragssatzungen der Kinderbetreuungseinrichtungen auf Basis der Empfehlungen des Städtetages. Bedingt u.a. durch die Corona-Krise legte die Verwaltung keinen Vorschlag für eine nach Einkommen der Eltern gestaffelte Gebühr vor. GAL, SPD und LINKE lehnten die Beschlussvorlagen daraufhin ab. Mit den Stimmen von FW, CDU, FDP und OB wurden die moderaten Gebührenerhöhungen beschlossen.
  • Die Markusgemeinde plant eine umfassende Neugestaltung des Areals in der Weststadt mit Neubau eines Gemeindezentrums, eines Pfarramts und einer Kindertagesstätte mit vier Gruppen. Der Gemeinderat stimmte dem Aufstellungsbeschluss, dem Vorentwurf des Bebauungsplans sowie der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange einstimmig zu.
  • Die Zukunftswerkstatt war noch im März ein von allen Fraktionen getragenes, zentrales Projekt der Weinheimer Kommunalpolitik. Jetzt haben sich die Rahmenbedingungen in finanzieller und organisatorischer Hinsicht grundlegend verändert. So ist es aus heutiger Sicht nicht vorstellbar, in diesem Jahr größere Bürgerversammlungen durchzuführen. Der Gemeinderat beschloß nach längerer Debatte die von der Verwaltung vorgeschlagene Zusammensetzung einer Bewertungskommission sowie eine Punktematrix zur Auswahl der externen Dienstleister.
  • Kommunale Maßnahmen zum Klimaschutz haben auch nach Überwindung der Pandemie eine große Bedeutung. Die gemeinderätliche Task Force Klimaschutz hat dazu einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Vier Punkte standen zur Abstimmung: erneuerte und zusätzliche Fahrradabstellanlagen, Vereinszuschüsse zur Anmietung eines Spülmobils, das 100 Balkone-Programm für Photovoltaikanlagen und die Aktion “Weinheimer Kiste” gegen die Versiegelung von Freiflächen und Schottergärten. Die meisten Fraktionen schlugen vor, die Spülmobilzuschüsse um ein Jahr zu verschieben, da in diesem Jahr ohnehin keine Vereinsfeste stattfinden können. Die Verwaltung argumentierte nachdrücklich für den Zuschuss. Bei den folgenden Abstimmungen wurden alle Punkte mit unterschiedlich großen Mehrheiten angenommen.
  • Der Gemeinderat genehmigte die Mittel für den zweiten Bauabschnitt der grundhaften Erneuerung der Steingrundstraße in Rippenweier.
  • Durch das Ausscheiden von Altstadtrat Holger Haring mussten sämtliche Ausschüsse, Aufsichts- und Beiräte neu gewählt werden. Ich wurde in folgende Ausschüsse, Verbände und Beiräte gewählt:
    • Haupt- und Umlegungsausschus
    • Ausschuss für Digitalisierung
    • Personalausschuss
    • Kinder- und Jugendbeirat
    • Wasserzweckverband Badische Bergstraße

  Als Stellvertreter wurde ich in folgende Gremien gewählt:

    • Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung
    • Ausschuss für Soziale Angelegenheiten
    • Friedhofsausschuss
    • Grundstücks- und Wohnungsausschuss
    • Land- und Forstwirtschaftsausschuss
    • Abwasserverband Bergstraße

 

Im Nachklang der Sitzung gab es weitere öffentliche Stellungnahmen von SPD Stadträten zu den Punkten Zukunftswerkstatt (Antrag der SPD abgelehnt) und Kindergartenbeiträgen (Vorlage gegen die Stimmen von SPD, Grüne und Linken beschlossen). Zu beiden Punkten eine kurze Erläuterung, warum ich jeweils für die Verwaltungsvorlage gestimmt habe:

  • Zukunftswerkstatt:
    Die Haushalte waren auch schon in den letzten Jahren defizitär und haben keinen Spielraum für ein “Wünsch-Dir-Was” gelassen. Die Zukunftswerkstatt steht nicht für sich alleine, ihr Ziel ist u.a. die Erarbeitung einer Prioritätenliste mit mittel- und langfristiger zeitlicher Perspektive. Gerade in finanziell schlechten Zeiten ist eine von großen Teilen der Bürgerschaft mitgetragene (und miterarbeitete!) Entwicklungsperspektive unverzichtbar. Zudem wird der Prozess das allgemeine Verständnis für die Komplexität der Gemeindefinanzierung verbessern und so zur Akzeptanz der zweifellos schmerzhaften Ausgabenkürzungen beitragen.
    Mir persönlich wäre daran gelegen, dass wir den Prozess stärker digitalisieren und etwa über ein dauerhaftes Beteiligungsportal verstetigen. Im besten Fall führt das auch zu einer Reduzierung der Projektkosten.
  • Gebührenerhöhung für Kinderbetreuungseinrichtungen:
    Weinheim hat in den letzten Jahren sehr viel in die Kinderbetreuung investiert, alleine in dieser Situng haben wir 100.000 Euro für den Naturkindergarten bewilligt und das mehrere Millionen Euro teure Projekt der Markusgemeinde auf den Weg gebracht. Von den Investitionen in den Bau von KiTas abgesehen decken wir als Kommune den Großteil der Betriebskosten sämtlicher Kinderbetreuungseinrichtungen in Weinheim (auch der konfessionellen und freien Träger). Das schließt insbesondere die Gehälter der Betreuerinnen und Betreuer mit ein. Im städtischen Stellenplan sind allein 20% aller Stellen für diesen Bereich reserviert. Die Elternbeiträge decken nur etwa 20% der Kosten, den Rest zahlt die Allgemeinheit. Die Anpassung der Beitragssatzungen erfolgt analog den Empfehlungen des Städtetages. Die Erhöhung gleicht lediglich die Ausgabensteigerungen etwa durch Tariferhöhungen aus.

 

Presseberichte zur Sitzung

In der Sitzung des Weinheimer Gemeinderates vom 11. März 2020 wurde ich durch Oberbürgermeister Manuel Just als Stadtrat verpflichtet. Dabei habe ich folgendes Gelöbnis abgelegt: “Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Stadt Weinheim gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohnerinnen und Einwohner nach Kräften zu fördern.”

Es ist mir eine große Ehre und zugleich Verpflichtung, dass ich für unseren langjährigen Fraktionsvorsitzenden Holger Haring nachrücken durfte. Das habe ich auch in meinem ersten Redebeitrag zum Ausdruck gebracht:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme in den Kreis der Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Weinheim sowie die vielen guten Wünsche, die mich bereits im Vorfeld erreicht haben. Im Vordergrund der heutigen Sitzung steht zurecht die Würdigung für Holger Haring. Es ist mir eine große Ehre und zugleich Verpflichtung, dass ich ausgerechnet für ihn nachrücken darf. Mit den Worten von Sir Isaac Newton: „Wenn ich weiter geblickt habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stehe.“

Lieber Holger,
was ich an Dir stets am meisten bewundert habe, war die Kraft, mit der Du zu einer aus guten Gründen getroffenen Entscheidung gestanden bist, egal wie stark der Gegenwind war. Ebenso wirst Du mir darin ein Vorbild sein, immer zwischen der manchmal harten politischen Diskussion und der Wertschätzung für Menschen mit anderer Meinung zu unterscheiden.

Meine Damen und Herren,
es liegt in der Natur der Sache, dass wir als Stadträtinnen und Stadträte zu unterschiedlichen Bewertungen von Verwaltungsvorlagen und anderen politischen Fragestellungen kommen. Angesichts von großen Herausforderungen wie etwa

      • der nachhaltigen Konsolidierung des städtischen Haushaltes,
      • der dringend voranzutreibenden Digitalisierung der Verwaltung,
      • der Bekämpfung der Folgen des menschengemachten Klimawandels oder
      • der Integration von geflüchteten und zugewanderten Menschen

werden uns die Themen nicht ausgehen.

In diesem Sinne reiche ich allen Freundinnen und Freunden der Demokratie die Hand für einen fairen Ideenwettstreit um die Zukunft unserer Stadt!

Vielen Dank.

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