Schlagwortarchiv für: Abfallmanager

WINDSPERGER, Andreas / WINDSPERGER, Brigitte / TUSCHL, Richard / BOLENA, Elisabeth / KALTEIS, Carina / STREBEL, Heinz / VORBACH, Stefan / PERL, Elke / SUPPAN, Alice / NIEMETZ, Nora / CHRISTIAN, Reinhold / FEICHTINGER, Ralph / BÄUERL, Susanne / STERR, Thomas / KRAUSE, Werner / OTT, Thomas (2009): Informationssysteme für Öko-Industrie-Cluster, Fallstudie Industriegebiet Mödling. Wien: Schriftenreihe des Instituts für Unternehmungsführung und Organisation der TU Graz 05/2009

Kurzfassung

Für die Produktion von Gütern, deren Handel und deren Entsorgung nach der Nutzung einerseits, aber auch für Dienstleistungen ist der Einsatz von Energie und Ressourcen von zentraler Bedeutung. Derzeit gewinnen ökologische und ökonomische Belastungen, die hinter den Produktionsprozessen stehen, immer mehr an Bedeutung. Belastungen entstehen dabei im gesamten Lebensweg von der Rohstoffgewinnung, der Produktion und Verarbeitung sowie beim Transport von Rohstoffen und Produkten, aber auch bei der Nutzung der Produkte bis hin zur Abfallentsorgung.

Die Minimierung der Belastungen am Beginn und am Ende des Produktlebens ist durch Einsatz von nachhaltigen Produktions- und Wirtschaftsweisen unter optimaler Schließung der Stoffkreisläufe sowie durch die Nutzung von zwischenbetrieblichen Synergien möglich. In vielen Bereichen der Wirtschaft ist der Altstoffeinsatz bereits fest etabliert, wie bei Glas- und Papierrecycling. Die Verwertung weiterer, im Wirtschaftssystem anfallender, nicht mehr benötigter Materialien sollte im Rahmen des Projekts untersucht werden.

Das Projekt strebte die Entwicklung eines umfassenden, transparenten und benutzerfreundlichen Konzepts an, gemeinsam mit der WKNÖ und Betrieben in der Modellregion Mödling Möglichkeiten der umweltgerechten stofflichen Verwertung von Rückständen auszuarbeiten und auf Realisierbarkeit zu prüfen. Mehr als 50 Unternehmen der Region Mödling haben in den letzten eineinhalb Jahren am Projekt “Öko-Informations-Cluster Mödling” mitgewirkt. In thematisch gebündelten Workshops, Diskussionsrunden und persönlichen Gesprächen wurden Optionen diskutiert, die es erlauben, anfallende Reststoffe wieder in Produktionsprozesse rückzuführen. Mit wissenschaftlichen Methoden wurde untersucht, wo die Verwertung Sinn macht, d.h. wie sich die Verwertungen in ökologischer und ökono­mischer Hinsicht darstellen und wo diese beiden Aspekte zu einer Win-Win-Situation zusammenfallen.

Generell werden von den Betrieben Verwertungen begrüßt, die direkte ökonomische Vorteile bringen und die an ordnungsgemäße Verwertungsschienen übergeben werden. Die direkte zwischenbetriebliche Verwertung wurde kaum favorisiert, da bei dieser vermehrtes eigenes Engagement notwendig wäre und es dadurch auch zu einer mit Risiko behafteten Abhängigkeit zwischen den Betrieben kommt.

Die Koordination des Öko-Informations­netzwerks zeigte sich als ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Möglichkeiten der weiteren Umsetzung der Verwertungswege wurden mit Vertretern des Landes und der Wirtschaftskammer besprochen, mit der Behörde wurden die rechtlichen Auswirkungen diskutiert. Die NÖ Landesakademie und Umwelt Management Austria als Bildungseinrichtungen werden die Ergebnisse in Form von Wissenstransfer verbreiten.

Volltext

https://nachhaltigwirtschaften.at/resources/fdz_pdf/endbericht_0905_infosysteme_oeko_industrie_cluster.pdf?m=1469660846

OTT, Thomas (2000): Gestaltung und Vernetzung EDV-technischer Systembausteine für das zwischenbetriebliche Stoffstrommanagement. In: LIESEGANG, D.G. / STERR, Th. / OTT, Th. (Eds.): Aufbau und Gestaltung regionaler Stoffstrommanagementnetzwerke. Betriebswirtschaftlich-Ökologische Arbeiten 4, Heidelberg: IUWA, 78-92

STERR, Thomas / OTT, Thomas (2004): The Industrial Region as a Promising Unit for Eco-industrial Development – Reflections, Practical Experience and the Establishment of Innovative Instruments to Support Industrial Ecology. Journal of Cleaner Production 12 (8-10), 947-965

Kurzfassung

Eco-industrial developments with a special focus on material cycles are usually concentrated on the level of the industrial estate. However, the results of completed and ongoing research projects in Germany’s Rhine-Neckar region indicate that larger territorial units may be more suitable for closing material loops and creating sustainable EIPs. In the first part of this article, the authors argue that the industrial region is indeed the most promising level for sustainable development, but that this larger size also presents some new obstacles and challenges: establishing the necessary trust and coordination between actors, homogenizing and collecting data to enable comparisons within and between firms, and minimizing the transaction costs ensuing in the search for appropriate partners by creating transparency. The second part then presents the authors’ practical solutions and IT-tools, which were developed to support a shift towards eco-industrial development on the basis of positive synergy effects for industrial actors. Through these ecologically oriented instruments important prerequisites are fulfilled in order to stimulate an evolutionary shift towards industrial ecology.

Volltext

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959652604000836

Kurzbeschreibung

Der IUWA Abfallmanager ermöglicht es allen Unternehmen, den gesetzlichen Verpflichtungen zur Erstellung von Abfallwirtschaftskonzepten und -bilanzen auf einfache Weise nachzukommen. Über die im IUWA Abfallmanager enthaltenen Auswertungsfunktionen können (nahezu) beliebige mengen- wie kostenrelevante Bilanzierungen der Abfallströme eines Unternehmens vorgenommen werden. Das Programm erfasst hierfür alle relevanten Stammdaten der Firma und nimmt die laufenden Verbuchungen von anfallenden Abfällen vor. Am Jahresende (oder zu jedem gewünschten Zeitpunkt) erstellt die Software gesetzlich vorgeschriebene Nachweise sowie vielfältige statistische Auswertungen.

Der IUWA Abfallmanager wurde im Rahmen eines vierjährigen BMBF-Projektes entwickelt (“Nachhaltigkeitsorientierte Stoffstrommanagementsysteme – Ansätze zur systemadäquaten Ausgestaltung einer industriellen Stoffkreislaufwirtschaft zwischen innerbetrieblichem Stoffstromcontrolling und überregionalem Handlungsrahmen”; Laufzeit 2002-2006). Das Projekt zielte auf eine möglichst engräumige und gleichzeitig hochwertige Stoffkreislaufschließung im regionalen Rahmen. Im Projektverbund waren neben dem Institut für Umweltwirtschaftsanalysen Heidelberg (IUWA) e.V. sowie den Universitäten Mannheim und Heidelberg mehrere kleine und mittelständische Industriebetriebe aus dem Rhein-Neckar-Raum und der Region Ulm beteiligt.

Über die beschriebenen Vorteile der Software auf der betrieblichen Ebene hinaus ermöglicht die offene Architektur des IUWA Abfallmanagers ein firmenübergreifendes Pooling und Benchmarking der firmenindividuellen Abfalldaten, wodurch geeignete Output-Input-Verknüpfungen unter den Projektmitgliedern aufgezeigt werden können. Für Stoffe, die nicht im Projektverbund recycelt werden, können auf Basis der Benchmarks die besten Entsorgungskonditionen ermittelt werden.

In mehreren Nachfolgeprojekten wurde die Software internationalisiert und im Rahmen der Auslagerung an die IUWA GmbH weiterentwickelt. Neben der Anpassung an die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen für Österreich und China wurde die Benutzeroberfläche komplett von der Datenschicht getrennt. Es stehen Sprachversionen für Deutsch, Englisch, Französisch und Mandarin zur Verfügung.

Projektveröffentlichungen

Weiterführende Links