Vortrag , Volkshochschule Badische Bergstraße, 27. März 2026, Weinheim

Kurzfassung

Spätestens seit der weiten Verbreitung von eBikes ist eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad ein Unterfangen für alle Altersgruppen und Fitnesslevel geworden. Auf Basis von mittlerweile drei mehrwöchigen Touren durch und über die Alpen stellt der Vortrag von Thomas Ott die populärsten Routen wie die Ciclovia Alpe Adria, die Via Claudia Augusta und den Radweg München-Venedig vor. Daneben gibt es praktische Tips zur Ausrüstung, zur An- und Abreise, zur Planung der Etappen und Übernachtungsorte sowie zur Navigation unterwegs.

Vortragsfolien

 

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Kurpfalz“, Volkshochschule Weinheim, 14. Mai 2025, Weinheim

Kurzfassung

Der Vortrag betrachtet den Rhein-Neckar-Raum aus geographischer Sicht und gibt einen kurzen historischen Überblick über die territoriale Entwicklung von der historischen Kurpfalz zur heutigen Metropolregion Rhein-Neckar, die in diesem Jahr ihr 20jähriges Jubiläum feiert. Schwerpunkt ist die Entwicklung seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Ausgehend von den verschiedenen Ansätzen zur Neugliederung des Bundesgebietes bzw. der Bundesländer wird erläutert, welche Zwischenschritte zur heutigen Organisation der Raumplanung und Regionalentwicklung geführt und welche Akteure diese Entwicklung geprägt haben. Weiterhin wird die gegenwärtige raum- und regionalplanerische Arbeit des Verbands Metropolregion Rhein-Neckar erläutert, die vielen Menschen unbekannt sein dürfte, obwohl sie das tägliche Leben in unserer Region maßgeblich mitbestimmt.

Vortragsfolien

Literatur

  • BECKER-MARX, K. (1981): Überwindung der Landesgrenzen durch interkommunale Kooperation. Die Entstehung des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar. In: DÖRRER, I. (Hg.): Mannheim und der Rhein-Neckar-Raum. Festschrift zum 43. Deutschen Geographentag in Mannheim 1981. Mannheimer Geographische Arbeiten 10, Mannheim, 253-269
  • BECKER-Marx, K. / SCHMITZ, G. / FISCHER, K. (1999): Aufbau einer Region – Raumordnung an Rhein und Neckar, Schwetzungen
  • HOFFEND, A. (2005): Politik ohne Grenzen. Hermann Heimerich, Motor und Mentor der Metropolregion Rhein-Neckar, Weinheim
  • Kommunale Arbeitsgemeinschaft  Rhein-Neckar (1962): Regionaler Raumordnungsplan Rhein-Neckar, Mannheim
  • KRAUSS, M. (2011): Wachstum und Verflechtung – Aspekte der demographischen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung im Rhein-Neckar-Raum (1870-1970). In: KRAUSS, M./NIESS, U. (Hg.): Stadt, Land, Heimat. Beiträge zur Geschichte der Metropolregion Rhein-Neckar im Industriezeitalter, Ubstadt-Weiher, 11-24
  • LESER, H. (1984): Geographisch-landeskundliche Erläuterungen der Topographischen Karte 1: 100000 des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar. Forschungen zur Deutschen Landeskunde 221, Trier
  • MATZ, K.-J. (1997): Der Rhein-Neckar-Raum in der deutschen Neugliederungsdiskussion seit 1919. In: SCHWEIKERT, A. (Hg.): Kurpfalz. Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs 25, Stuttgart, 240-257
  • Raumordnungsverband Rhein-Neckar (1991): Kurt Becker-Marx – Themen. Festgabe zum 70. Geburtstag, Mannheim
  • RESCHKE, H. (1981): Der Rhein-Neckar-Raum und der Föderalismus. In: DÖRRER, I. (Hg.): Mannheim und der Rhein-Neckar-Raum. Festschrift zum 43. Deutschen Geographentag in Mannheim 1981. Mannheimer Geographische Arbeiten 10, Mannheim, 245-251
  • SAILER-FLIEGE, U. (1997): Natur- und Wirtschaftsraum. In: SCHWEIKERT, A. (Hg.): Kurpfalz. Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs 25, Stuttgart, 120-140
  • SCHAAB, M. (1972): Die territoriale Entwicklung der Kurpfalz von 1156 bis 1792. Historischer Atlas von Baden-Württemberg. Stuttgart, Lfg. 1, Kt. 6.3
  • SCHÄCHTER, T. (2010): Die Metropolregion Rhein-Neckar. Modellregion für kooperativen Föderalismus. Von der Utopie zur Realität, Weinheim
  • SCHMITZ, G. (1981): Planungs- und Entwicklungsziele für den Rhein-Neckar-Raum. In: DÖRRER, I. (Hg.): Mannheim und der Rhein-Neckar-Raum. Festschrift zum 43. Deutschen Geographentag in Mannheim 1981. Mannheimer Geographische Arbeiten 10, Mannheim, 271-286
  • Verkehrsverbund Rhein-Neckar (Hg.) (2004): An einem Strang. Eisenbahngeschichte im Rhein-Neckar-Dreieck, Mannheim

 

Vortrag im Rahmen der Initiative „Doch Europa!“, Volkshochschule Weinheim, 25. Januar 2024, Weinheim

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Während sich Europa im Westen, Norden und Süden relativ eindeutig abgrenzen lässt, haben sich Geographen und Historiker über Jahrhunderte an einer Definition der europäischen Ostgrenze versucht. Ausgehend von einer allgemeinen Betrachtung des Grenzbegriffes, gibt der Vortrag einen Überblick über diese Grenzziehungen und die jeweils zugrundeliegenden Überlegungen.
Auch in engerer Perspektive auf die Europäische Union stellen sich vielfältige Fragen nach den Grenzen: Welche Staaten können oder sollten noch aufgenommen werden? Welche Auswirkungen hat die fortschreitende politische und ökonomische Integration auf die Binnengrenzen bzw. deren Überwindung? Ist die Abschottung der Außengrenzen (“Festung Europa”) der Preis für die Freizügigkeit im Schengen-Raum?

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Literatur

  • FASSMANN, H. (2002): Wo endet Europa? Anmerkungen zur Territorialität Europas und der EU. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft 144, 27-36
  • FRANK, F. (1991): Grenzen Europas. Ein Versuch, Europa zu definieren. In: geographie heute 12 (89), 4-7
  • GEBHARDT, Hans / GLASER, Rüdiger / LENTZ, Sebastian (Hg.) (2013): Europa – eine Geographie. Berlin, Heidelberg: Springer
  • GEIGER, M. (1997): Europas Grenzen – grenzenloses Europa. Praxis Geographie 27 (10), 4-11
  • SCHULTZ, Hans-Dietrich (2003): Welches Europa soll es denn sein? Anregungen für den Geographieunterricht. Internationale Schulbuchforschung 25 (3), 223-256

 

WINDSPERGER, Andreas / WINDSPERGER, Brigitte / TUSCHL, Richard / BOLENA, Elisabeth / KALTEIS, Carina / STREBEL, Heinz / VORBACH, Stefan / PERL, Elke / SUPPAN, Alice / NIEMETZ, Nora / CHRISTIAN, Reinhold / FEICHTINGER, Ralph / BÄUERL, Susanne / STERR, Thomas / KRAUSE, Werner / OTT, Thomas (2009): Informationssysteme für Öko-Industrie-Cluster, Fallstudie Industriegebiet Mödling. Wien: Schriftenreihe des Instituts für Unternehmungsführung und Organisation der TU Graz 05/2009

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Für die Produktion von Gütern, deren Handel und deren Entsorgung nach der Nutzung einerseits, aber auch für Dienstleistungen ist der Einsatz von Energie und Ressourcen von zentraler Bedeutung. Derzeit gewinnen ökologische und ökonomische Belastungen, die hinter den Produktionsprozessen stehen, immer mehr an Bedeutung. Belastungen entstehen dabei im gesamten Lebensweg von der Rohstoffgewinnung, der Produktion und Verarbeitung sowie beim Transport von Rohstoffen und Produkten, aber auch bei der Nutzung der Produkte bis hin zur Abfallentsorgung.

Die Minimierung der Belastungen am Beginn und am Ende des Produktlebens ist durch Einsatz von nachhaltigen Produktions- und Wirtschaftsweisen unter optimaler Schließung der Stoffkreisläufe sowie durch die Nutzung von zwischenbetrieblichen Synergien möglich. In vielen Bereichen der Wirtschaft ist der Altstoffeinsatz bereits fest etabliert, wie bei Glas- und Papierrecycling. Die Verwertung weiterer, im Wirtschaftssystem anfallender, nicht mehr benötigter Materialien sollte im Rahmen des Projekts untersucht werden.

Das Projekt strebte die Entwicklung eines umfassenden, transparenten und benutzerfreundlichen Konzepts an, gemeinsam mit der WKNÖ und Betrieben in der Modellregion Mödling Möglichkeiten der umweltgerechten stofflichen Verwertung von Rückständen auszuarbeiten und auf Realisierbarkeit zu prüfen. Mehr als 50 Unternehmen der Region Mödling haben in den letzten eineinhalb Jahren am Projekt “Öko-Informations-Cluster Mödling” mitgewirkt. In thematisch gebündelten Workshops, Diskussionsrunden und persönlichen Gesprächen wurden Optionen diskutiert, die es erlauben, anfallende Reststoffe wieder in Produktionsprozesse rückzuführen. Mit wissenschaftlichen Methoden wurde untersucht, wo die Verwertung Sinn macht, d.h. wie sich die Verwertungen in ökologischer und ökono­mischer Hinsicht darstellen und wo diese beiden Aspekte zu einer Win-Win-Situation zusammenfallen.

Generell werden von den Betrieben Verwertungen begrüßt, die direkte ökonomische Vorteile bringen und die an ordnungsgemäße Verwertungsschienen übergeben werden. Die direkte zwischenbetriebliche Verwertung wurde kaum favorisiert, da bei dieser vermehrtes eigenes Engagement notwendig wäre und es dadurch auch zu einer mit Risiko behafteten Abhängigkeit zwischen den Betrieben kommt.

Die Koordination des Öko-Informations­netzwerks zeigte sich als ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Möglichkeiten der weiteren Umsetzung der Verwertungswege wurden mit Vertretern des Landes und der Wirtschaftskammer besprochen, mit der Behörde wurden die rechtlichen Auswirkungen diskutiert. Die NÖ Landesakademie und Umwelt Management Austria als Bildungseinrichtungen werden die Ergebnisse in Form von Wissenstransfer verbreiten.

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https://nachhaltigwirtschaften.at/resources/fdz_pdf/endbericht_0905_infosysteme_oeko_industrie_cluster.pdf?m=1469660846

OTT, Thomas / SCHARLOWSKI, Boris (2012): Demographische Entwicklung im ländlichen Raum in Burkina Faso: Stand, Konsequenzen, Ansätze und Perspektiven, Bonn / Eschborn: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Kurzfassung

Ausgehend von der Erkenntnis, dass die Produktivitätsfortschritte der Landwirtschaft nicht mit dem rapiden Bevölkerungswachstum Burkina Fasos mithalten können, befasst sich die vorliegende, im Auftrag des GIZ Programmes « Développement de l’Agriculture » (PDA) erstellte Studie, mit der Frage, über welche Einflussmöglichkeiten der Landwirtschaftssektor im Hinblick auf die demographische Entwicklung verfügt und welche Unterstützung durch die technische Zusammenarbeit erfolgen könnte. Die Studie basiert auf einer intensiven Recherche der vorliegenden Dokumente sowie auf einer einwöchigen Fact-Finding Mission in deren Verlauf teilstrukturierte Interviews mit Mitgliedern von Regierung und Verwaltung, Repräsentanten internationaler staatlicher und nicht-staatlicher Organisation sowie Vertretern der Zivilgesellschaft geführt wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in Workshops mit Mitarbeitern EZ-Projekte PDA und PROSAD vertieft.

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftssektor Burkina Fasos. Achtzig Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft, meist in Form der Subsistenzwirtschaft. Trotz steigender Produktivität gelingt es derzeit nicht, die Bevölkerung im Land zu ernähren. Die Probleme der Landwirtschaft in Burkina Faso sind vielfältig. Sie ist sehr anfällig für externe „Schocks“, beispielsweise im Hinblick auf das Klima oder Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. Die Subsistenzwirtschaft ist durch hohen Arbeitseinsatz sowie den Mangel an Wissen und Kapital geprägt. Der Zugang zum Weltmarkt wird durch die Binnenlage des Landes stark beeinträchtigt. Die mangelnde Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur verhindert die Herausbildung eines nennenswerten nationalen Agrarmarktes.

Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und nimmt laut Human Development Index (2011) Rang 181 von 187 aufgeführten Ländern ein. 2011 lebten in Burkina Faso rund 16 Millionen Menschen, das Bevölkerungswachstum liegt bei jährlich knapp über 3 Prozent. Es wird eine weitere Verdopplung der Bevölkerung in den nächsten 25 Jahren prognostiziert. Der Zensus 2006 ermittelte einen landesweiten Durchschnitt von 6,2 Kindern pro Frau (TFR). Es zeigen sich jedoch auffällige Gegensätze zwischen Stadt und Land: während die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau im ländlichen Raum bei 6,8 liegt, beträgt die TFR „nur“ 4,6 für die in Städten lebenden Frauen. Weitere Unterschiede ergeben sich in Abhängigkeit von Familienstand und Armut sowie insbesondere im Hinblick auf den Schulbesuch. Frauen ohne Schulbildung weisen mit einer TFR von 6,5 signifikant höhere Werte auf, als Frauen mit Grundschulbildung (4,9), Frauen, die eine weiterführende Schule (3,4) besucht haben oder Frauen mit höherer Bildung (2,4).

Fortschritte beim Aufbau der Gesundheits- und Trinkwasserversorgung sowie eine Verbesserung der Nahrungssituation führten zu einem deutlichen Rückgang der Mortalität und einem Anstieg der Lebenserwartung. Dennoch weist Burkina Faso nach wie vor eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten in ganz Afrika auf, was auf das niedrige Niveau der sozioökonomischen Entwicklung des Landes und das hohe Fertilitätsniveau zurückzuführen ist. Das Wanderungsgeschehen ist einerseits durch die (temporäre) Migration in die Nachbarländer (insbesondere Côte d’Ivoire) und andererseits durch eine anhaltende Landflucht gekennzeichnet. Aufgrund der sehr viel höheren Fertilität im ländlichen Raum wächst die ländliche Bevölkerung derzeit noch schneller als die Stadtbevölkerung.

Die demographische Dynamik zwischen 1950 und 2010 schlägt sich deutlich in der Bevölkerungspyramide nieder. Durch den Rückgang der Mortalität und den Anstieg der Lebenserwartung ist sie in die Höhe gewachsen, die Menschen werden älter. Die hohe Fertilität schlägt sich in der extremen Verbreiterung der Pyramidenbasis und der explosionsartigen Zunahme der jungen Altersgruppe nieder. Im Zensus 2006 waren 48 % der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Legt man die Daten der UN zugrunde, wird sich die Bevölkerungszahl Burkina Fasos von etwa 16,5 Millionen Einwohnern 2010 auf etwa 46,7 Millionen 2050 steigern (mittleres Szenario). Im besten Fall (niedriges Szenario) steigt die Zahl auf etwa 41,8 Millionen Einwohner. Der obere Rand des Entwicklungskorridors liegt bei 51, 8 Millionen Einwohnern. Bliebe die Fertilität auf heutigem Niveau wären gar 61,3 Millionen Einwohner zu erwarten. In der Zusammenschau der Entwicklung von Geburten- und Sterberate wird deutlich, dass im wahrscheinlichsten Fall (mittleres Szenario) erst nach 2100 mit einem Abschluss der demographischen Transition zu rechnen ist. Das Land muss bestrebt sein, diesen Zeitpunkt so weit wie möglich in Richtung Gegenwart zu verschieben.

Auf nationaler Ebene begegnet die Regierung der demographischen Herausforderung mit einer dezidierten „Politique Nationale de Population“. Mit der Erarbeitung und Umsetzung dieser Politik ist der Conseil National de Population (CONAPO) beauftragt. Auch wenn die Arbeit des CONAPO insgesamt positiv zu würdigen ist, bestehen Defizite bei der Umsetzung der bevölkerungspolitischen Ziele in konkrete Projekte in den Regionen und Kommunen des Landes. Als Pluspunkt ist daneben die Arbeit des Institut National de la Statistique et de la Démographie (INSD) zu bewerten, welches für die Durchführung und Analyse der Volkszählungen verantwortlich zeichnet.

Die Studie zeigt interessante und wirkungsvolle Ansätze von internationalen, bilateralen und Nichtregierungsorganisationen auf. Dabei wird deutlich, dass das komplexe Thema Bevölkerungsdynamik nur gemeinsam angegangen werden kann in einer gezielten Zusammenarbeit unter Nutzung bestehender und Schaffung neuer Synergien. Gleiches gilt für die EZ-Vorhaben, die im Auftrag des BMZ durchgeführt werden. Alle Vorhaben weisen deutliche demographische Bezüge auf. Eine verstärkte Zusammenarbeit, mit Fokus auf demographische Herausforderungen und Chancen könnten sicher einen sichtbaren Mehrwert zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten.

Ausführlich behandelt der Bericht das Thema Empfehlungen in Bezug auf Bevölkerungsentwicklung, ländlicher Raum und generell in Bezug auf das Thema Demographie. Die hier aufgenommenen Vorschläge verstehen sich im Sinne eines möglichen Maßnahmenkatalogs und könnten auf Nachfrage weiter vertieft werden. Die Vorschläge wenden sich an die TZ/EZProgramme, Partnerorganisationen und politisches Umfeld. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die laufenden bilateralen EZ-Vorhaben, wollen aber auch zukünftige Projekte bzw. Komponenten anregen, wie etwa ein eigenständiges demographie-bezogenes Politikberatungsvorhaben.

Die Vorschläge sind unterteilt nach den drei Ebenen national, regional und lokal. Sie reichen von der Sensibilisierung und dem Training von Entscheidungsträgern und Multiplikatoren, Anpassung der nationalen Bevölkerungspolitik, Stärkung interministerieller Koordination bis hin zur Entwicklung regionaler Demographiepläne sowie innovativer Maßnahmen auf lokaler und Gemeindeebene. Zu letzteren gehören vor allem die Durchführung lokaler Aufklärungskampagnen sowie Diskussions- und Lernforen inklusive Generationendialogen. Wichtig ist die Etablierung von effektiven Monitoringsystemen, damit die Integration einer demographischen Perspektive auch nachhaltig ist.

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Vortrag im Rahmen der Initiative „Doch Europa!“, Volkshochschule Weinheim, 19. Februar 2019, Weinheim

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Das „Europa der Regionen“ ist die Bezeichnung für ein föderalistisches politisches Konzept, das die Bedeutung der Regionen innerhalb der EU-Mitgliedsländer in ihrer mentalitätsprägenden und identitätsstiftenden Rolle betont. Diese Perspektive lässt sich als Gegenentwurf zum „Europa der Vaterländer“ verstehen: die Nationalstaaten sind zur Lösung der großen Probleme zu klein und zur Lösung der kleinen Probleme zu groß. Eine dezidierte Regionalpolitik war seit Gründung der EWG ein Grundpfeiler der europäischen Einigung. Sie verfolgt das Ziel, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb der EU zu stärken und das Strukturgefälle zwischen den einzelnen Regionen zu verringern. Der Vortrag gibt einen Überblick über die regionalen Entwicklungsunterschiede in den Ländern der EU und stellt die regionalpolitischen Instrumente, die sich auch in unserer wirtschaftlich starken Region finanziell niederschlagen, vor. Über die Verknüpfung mit Wahl- und Abstimmungsergebnissen (z.B. Brexit-Referendum, norwegische EU-Beitrittsreferenden) ergeben sich Interpretationsansätze, die mögliche Entwicklungspfade der europäischen Integration aufzeigen.

Vortragsfolien

Weiterführende Links

Literatur

  • Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2017): Europas demografische Zukunft. Wie sich die Regionen nach einem Jahrzehnt der Krisen entwickeln, Berlin [https://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Europas_demografische_Zukunft_2017/Europa_online.pdf]
  • BLOTEVOGEL, Hans Heinrich (Hg.) (1991): Europäische Regionen im Wandel. Strukturelle Erneuerung, Raumordnung und Regionalpolitik im Europa der Regionen. Duisburger Geographische Arbeiten 9, Dortmund
  • BRUNET, Roger (1989): Les Villes Européennes. Rapport pour la DATAR, Paris/Montpellier
  • COLE, John / COLE, Francis (1997): A geography of the European Union, London
  • CPMR (2018): Initial views on the post-2020 Cohesion Policy package, Rennes/Bruxelles [https://cpmr.org/wpdm-package/initial-views-from-the-cpmr-on-the-post-2020-cohesion-policy-package/?wpdmdl=17832&refresh=5c4dd22a1bf691548603946&ind=1528376050497]
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Regionalpolitik und Kohäsion (1996): Erster Bericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt 1996, Brüssel.
  • Europäische Kommission (1999a): Sechster Periodischer Bericht über die soziale und ökonomische Lage und Entwicklung der Regionen / Sixième rapport périodique sur la situation et l’évolution socio-économique des régions de l’Union européenne, Luxemburg [http://europa.eu.int/comm/regional_policy/sources/docoffic/official/reports/toc_de.htm bzw. toc_fr.htm]
  • Europäische Kommission (1999b): European Spatial Development Perspective – Towards Balanced and Sustainable Development of the Territory of the European Union, Luxemburg
  • Europäische Kommission (2001): Einheit Europas, Solidarität der Völker, Vielfalt der Regionen – Zweiter Bericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt / Unité de l’Europe, solidarité des peuples, diversité des territoires – Deuxième rapport sur la cohésion économique et sociale, Luxemburg [http://europa.eu.int/comm/regional_policy/sources/docoffic/official/reports/
    contentpdf_de.htm bzw. contentpdf_fr.htm]
  • Europäische Kommission (2002): Erster Zwischenbericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt / 1er rapport d’étape sur la cohésion, Luxemburg [http://europa.eu.int/comm/regional_policy/sources/docoffic/official/reports/interim1_de.htm bzw. interim1_fr.htm]
  • Europäische Kommission, Generaldirektion Energie und Verkehr (2005): Transeuropäisches Verkehrsnetz, TEN-V – vorrangige Achsen und Projekte 2005, Luxemburg [http://ec.europa.eu/ten/transport/projects/doc/2005_ten_t_de.pdf]
  • Europäische Kommission (2017): Meine Region, mein Europa, unsere Zukunft: Siebter Bericht über den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt, Luxemburg [https://ec.europa.eu/regional_policy/de/information/publications/communications/2017/my-region-my-europe-our-future-the-seventh-report-on-economic-social-and-territorial-cohesion]
  • Europäische Union, Ausschuss der Regionen (2000): Ein Europa der Regionen und Städte. Strategien und Perspektiven für die EU-Erweiterung, Brüssel [https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/241fd5bf-bc0c-4471-bbb3-9aee906fb5f3/language-de/format-PDF/source-86057077]
  • Europäische Union, Ausschuss der Regionen (2000): Ein Europa der Regionen und Städte. Strategien und Perspektiven für die EU-Erweiterung, Teil II: Bulgarien, Lettland, Litauen, Malta, Rumänien, Slowakei und Türkei, Brüssel [https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/2314a969-fccd-47de-adda-455ba5400583/language-de/format-PDF/source-86057068]
  • EUROSTAT, Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften (2018): Regionen: Statistisches Jahrbuch 2018, Luxemburg [https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-statistical-books/-/KS-HA-18-001]
  • FOURASTIÉ, Jean (1954): Die große Hoffnung des 20. Jahrhunderts, Köln (“Le grand espoir du XXême siècle”. Paris, 1952)
  • GANS, Paul (1992): Regionale Disparitäten in der EG. Geographische Rundschau 44 (12), 691-698
  • GEBHARDT, Hans / GLASER, Rüdiger / LENTZ, Sebastian (Hg.) (2013): Europa – eine Geographie. Berlin, Heidelberg: Springer
  • HILPOLD, Peter / STEINMAIR, Walter / PERATHONER, Christoph (Hg.) (2016): Europa der Regionen. Berlin, Heidelberg: Springer
  • OTT, Thomas (1993): GIS in der Anthropogeographie. Regionale Disparitäten und Städtesystem in Europa. Materialien zur Geographie 22, Mannheim: Geographisches Institut
  • OTT, Thomas (1995): Die Stellung der norwegischen Provinzen in einem Europa der Regionen. Petermanns Geographische Mitteilungen 139 (1), 15-30
  • OTT, Thomas (2003): Das Europa der Regionen. Deuframat – Deutschland und Frankreich auf dem Weg in ein neues Europa – Materialien für den Geschichts- und Geographieunterricht, Braunschweig/Marburg: Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung
  • RITTER, Wigand / RUPPERT, Rasso (1996): Wirtschaftsgeographie der Europäischen Union, Nürnberg
  • SCHÄTZL, Ludwig (Hg.) (1993): Wirtschaftsgeographie der Europäischen Gemeinschaft, Paderborn

 

OTT, Thomas (2008): Ein Kontinent, zwei Gesellschaften: Kanada und die USA im statistischen Vergleich. Geographische Rundschau 60 (2), 52-57

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Von außen betrachtet erscheint und Nordamerika häufig als homogener Block. Angesichts der seit dem Abschluss des Freihandelsabkommens von 1987 immer stärker zunehmenden ökonomischen Integration mag diese Sichtweise vordergründig zutreffen. Ein zweiter Blick offenbart jedoch bisweilen tief greifende Unterschiede in Wirtschaft und Gesellschaft, die das Miteinander der beiden Länder und ihre Rolle in der Welt beeinflussen.

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OTT, Thomas (1994): Der Naturpark Pfälzer Wald in der Wahrnehmung von Tagestouristen. Eine perzeptionsgeographische Studie auf der Basis von Mental Maps. In: LUKHAUP, R. / SCHULTZE-RHONHOF, J. (Eds.): Fallstudien zum Freizeit- und Fremdenverkehr im Naturpark und Biosphärenreservat Pfälzerwald. Arbeitsberichte 8, Mannheim: Geographisches Institut, 87-99

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Ausgangspunkt der Untersuchung war die Frage, welches räumliche Vorstellungsbild den Ausflügen der Tagestouristen im Naturpark Pfälzer Wald zugrunde liegt. Als ein Aspekt dieses Vorstellungsbildes wurde das Problem der “Umgrenzung” bzw. Lage des Pfälzer Waldes herausgegriffen, um in einer empirischen Erhebung eventuelle systematische Verzerrungen bzw. Unsicherheiten zu ermitteln. Dabei wurden drei Grundhypothesen formuliert:

  • Tagestouristen, die den Pfälzer Wald mehrfach bzw. regelmäßig besuchen, entwickeln eine “genauere” räumliche Vorstellung, als jene, die seltener bzw. zum ersten Mal den Pfälzer Wald besuchen.
  • Je näher ein Besucher am Pfälzer Wald wohnt, desto “genauer” stimmt seine Mental Map mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein.
  • Bei Besuchern aus weiter entfernten Herkunftsgebieten treten “systematische” Verzerrungen auf, die die gezeichneten Umrisse des Pfälzer Waldes “näher” an das Herkunftsgebiet heranrücken.

 

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OTT, Thomas (1993): Regionale Effekte einer Neugründung der Universität Erfurt. In: GANS, P. / BRICKS, W. (Eds.): Thüringen – Zur  Geographie des neuen Bundeslandes. Erfurter Geographische Studien 1, Erfurt: Institut für Geographie, 161-182

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Der Beitrag hat eine Abschätzung der Auswirkungen der Neugründung der Universität Erfurt zum Ziel. Dazu werden in zunächst in einem allgemeinen Teil die wichtigsten Ergebnisse der bisherigen Forschung im Hinblick auf die regionalen Wirkungen von Hochschulneugründungen zusammengefasst, um daraus in einem zweiten Schritt ein Bild der Auswirkungen auf Thüringen und die Stadt Erfurt zu skizzieren.

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HUTTON, Thomas / OTT, Thomas (2006): Von der “Gateway City” zur transnationalen Metropolis: Vancouver im 21. Jahrhundert. Geographische Rundschau 58 (9), 20-28

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Over the past four decades Vancouver has undergone a series of transformational changes in development orientation, industrial structure, and urban identity. During this period, Greater Vancouver has also experienced fundamental changes with respect to the region’s industrial mix, economic base, labour force, market orientation, and overall development trajectory. The essay comprises a short profile of sequences of defining changes over the last decades of the 20th century; and, secondly a characterization of ist current development, emphasizing changes in Vancouver’s external relations, as well as the importance of the central city as a marker of transformative change.

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